ID19 F (513) 09/1959   

         

Es handelt sich hierbei um einen Break der ersten Serie mit der Seriennummer 513.Es ist eine ID19F Confort mit fest montierter Rückbank, wurde aber bald handwerklich umgerüstet und wurde als Krankenwagen und Taxi eingesetzt. Zuletzt wurde er von dem gleichen Unternehmen, im Département Ardèche, als Schulbus eingesetzt.Er hat ein arbeitsreiches Leben hinter sich und wurde offenbar nicht geschont hat aber erstaunlich wenig Rost. Leider auch einige laienhaft reparierte Unfallspuren.Zu dem abenteuerlichsten gehört eine abgefahrenen „Wagenheberaufnahme“ die wieder mit Poppnieten befestigt wurde.Einige Bilder des Fahrzeugs sind auch auf der Seite von Yves Frelon, in seinem Beitrag zu den Besonderheiten der ersten 600 Break Modelle, zu sehen.

Nuancier DS

 

 

  Bildergalerien

 


  

 

Der Break513 war im Herbst 2011 in Leboncoin inseriert und hat sofort mein Interesse geweckt. Im Laufe der Kontaktaufnahme hat sich herausgestellt dass ich mit dem Verkäufer früher schon einmal zu tun hatte, damals aber kein Geschäft zustande gekommen ist.

Trotz der sehr ambitionierten Preisvorstellung des Verkäufers hat mich die Neugier geplagt und ich habe den Weg, in die Nähe von Pau, angetreten.

Es war schön einen Bekannten wieder zu sehen jedoch war der Wagen eine Enttäuschung. Im Gegensatz zu den Bildern in der Annonce fand ich ein zerlegtes Auto vor die Außenseite der Karosserie grundiert das Chassis dick über den Rost gepinselt,der Motor lief nur auf drei Zylindern, die Hydraulik war außer Funktion und die Bremsen fest. Der Höflichkeit halber habe ich ein paar Fotos gemacht und bin etwas frustriert abgezogen.

Wieder zu Hause hat mir der Wagen dennoch keine Ruhe gelassen, da ein Modell der ersten 600 doch sehr reizvoll ist. Nach einigem zähen Verhandeln haben wir dann doch eine gemeinsame Basis gefunden und ich habe das Fahrzeug Anfang November im Pyrenäen-Vorland abgeholt.

Unterwegs hatte ich, in der Nähe von Valence, die Motorhaube eingebüsst, die nur notdürftig zusammen gebaute Verriegelung hatte sich gelöst und die Motorhaube nach hinten gefaltet.

 

Wieder zu Hause habe ich begonnen den Bestand zu sichten und die fehlenden oder unrettbar schlechten Teile zu beschaffen. Sehr geholfen haben mir dabei: Mathias Strack,Hub In’t Zandt, Oliver Koch, Daniel Perreau und Fréderic Fortuné. 

Anfang des Jahres 2012 habe ich wieder bei Leboncoin einen Break entdeckt der zum Ausschlachten angeboten wurde, das Fahrzeug war schon verkauft, ich konnte mich aber mit dem Käufer darauf einigen dass er mir die Confort Rückbank mit der Traverse für die Lehne überlässt.

Im Frühjahr konnte ich dann noch zwei NOS Motorhauben in den Vogesen abholen, damit waren die meisten Teile zusammen.

 

Im Sommerhabe ich dann mit der Zerlegung begonnen, alles schön dokumentiert und katalogisiert, damit auch alles wieder an seinen Platz findet.

Chassis undKarosserie gingen nach Brensbach im Odenwald zu Karl’s Autowerkstatt, die Innenschweller links und rechts, der Aufnahmepunkt an der A-Säule sowie die hinteren Radhäuser mussten geschweißt werden sowie alles entlackt und neu lackiert werden.

 

In derZwischenzeit habe ich mit den Fleißarbeiten begonnen, alle Teile gereinigt den Handlungsbedarf eingeschätzt und wo nötig gestrahlt, lackiert, und technisch wieder die Funktion sichergestellt. Alle Befestigungsteile gereinigt, blau bzw.schwarz verzinkt.

 

Parallel dazu wurden Motor und Getriebe unter Verwendung von vielen Neuteilen,Nockenwellenlager wurden neu gebohrt und angefertigt, von Bernd Wirbals in Benningen neu aufgebaut.

 

Alle Hydraulikkomponenten wurden bei Citrotech auf LHM umgerüstet und revidiert.

Für Lichtmaschine, Anlasser Regler und Verteilerumbau war die Firma Laubersheimer zuständig.

DerVergaser wurde von Bob Tyler überholt.

 

Nach dieser Aufzählung könnte der Eindruck entstehen dass damit schon alle Arbeit fremd vergeben wurde. Trotz dem blieben immer noch mehrere Stunden Arbeit täglich für mich übrig.

 

Im Frühjahr konnte ich mir dann noch eine komplette NOS Auspuffanlage in Düsseldorf abholen, damit war das Auto komplett.

 

Im April2013 konnte ich dann endlich die Karosse wieder im Odenwald abholen, war schön geworden. Auf dem Rückweg habe ich in Heidelberg Station gemacht und bei Sattler Ralf Künzer die Innenausstattung, die er mit dem nachgefertigtem Stoff von Yves Frelon meisterhaft bezogen hatte, eingeladen. Bei der Gelegenheithaben wir gemeinsam den originalen Himmel wieder verklebt.

 

Wieder zu Hause habe ich alle Hohlräume mit Fluidfilm geflutet und mit dem Wiederaufbau begonnen.

 

Ich habe bei der gesamten Restauration versucht erhaltenswerte Originalteile wieder zu verwenden, so dass an einigen Stellen, vor allem im Innenraum, durchaus Gebrauchsspuren zu sehen sind.

Damit wollte ich den Neuwagencharakter, den restaurierte Fahrzeuge oft haben, etwas abmildern.

 

Siehe auch Restaurationsbericht Motor-Klassik 01/14

 

letzte Aktualisierung 15.04.2014